Von
Jan Kittelberger
Lesedauer: 9 Minuten
„Wir haben doch schon ein ERP-System – warum brauchen wir noch ein PIM?"
Diese Frage hören wir fast täglich von Unternehmen im Maschinenbau und der Industrie. Die Antwort ist einfach: PIM und ERP lösen unterschiedliche Probleme. Und in den meisten Fällen brauchen Sie tatsächlich beides.
In diesem Artikel klären wir den Unterschied zwischen PIM vs ERP, zeigen Ihnen, wann Sie welches System brauchen, und wie die Integration von PIM und ERP Ihre Produktdatenprozesse revolutioniert.
Das erwartet Sie:
Ein ERP-System ist das Rückgrat Ihrer Geschäftsprozesse. Es verwaltet:
Fokus: Transaktionale Prozesse und operative Steuerung
Daten: Stammdaten, Bewegungsdaten, Finanzdaten
Nutzer: Primär interne Mitarbeiter
Ein PIM-System ist die zentrale Plattform für Produktinformationen. Es verwaltet:
Fokus: Produktinformationen für Marketing und Vertrieb
Daten: Produktcontent, Medien, Marketing-Informationen
Nutzer: Marketing, E-Commerce, Vertrieb, externe Partner
ERP fragt: "Was kostet das Produkt, wo ist es, wie viele haben wir?"
PIM fragt: "Wie beschreiben wir das Produkt, damit Kunden es kaufen wollen?"
ERP ist transaktional – PIM ist informational.
ERP steuert Prozesse – PIM liefert Content.
ERP ist intern fokussiert – PIM ist kundenzentriert.
Die folgenden Punkte zeigen die wichtigsten Unterschiede zwischen PIM und ERP-Systemen:
ERP-System: Geschäftsprozesse steuern
PIM-System: Produktinformationen verwalten
ERP-System: Transaktionsdaten, Stammdaten
PIM-System: Produktcontent, Medien, Marketing-Texte
ERP-System: Interne Abteilungen
PIM-System: Marketing, E-Commerce, Vertrieb, Partner
ERP-System: Effizienz, Prozesse, Kosten
PIM-System: Produkterlebnis, Content-Qualität
ERP-System: Interne Reports, Schnittstellen
PIM-System: Website, Marktplätze, Print, Portale
ERP-System: Begrenzt
PIM-System: Kern-Feature
ERP-System: Nein
PIM-System: Ja (DAM integriert)
ERP-System: Basis-Verwaltung
PIM-System: Erweiterte Vererbungslogik
ERP-System: Prozess-orientiert
PIM-System: Content-orientiert
ERP-System: 50.000-500.000€
PIM-System: 15.000-150.000€
Ihr ERP-System stößt an seine Grenzen, wenn:
Die Magie entsteht, wenn PIM und ERP zusammenarbeiten:
Datenfluss ERP → PIM:
Datenfluss PIM → ERP:
ERP ist "Master" für transaktionale Daten (Preis, Bestand).
PIM ist "Master" für Produktinformationen (Beschreibungen, Medien).
Kann ein ERP ein PIM ersetzen?
Nein, nicht für Unternehmen mit E-Commerce, Multi-Channel-Vertrieb oder internationalen Märkten. ERP-Systeme sind für Produktinformations-Management nicht optimiert. Sie können Basis-Stammdaten verwalten, aber keine Marketing-Texte, Medien oder kanalspezifischen Content.
Kann ein PIM ein ERP ersetzen?
Nein, PIM-Systeme sind nicht für transaktionale Prozesse, Finanzbuchhaltung oder Lagerverwaltung gebaut. Sie ergänzen das ERP, ersetzen es aber nicht.
Wie teuer ist die Integration von PIM und ERP?
Die Integration kostet typischerweise 10.000-50.000 € je nach Komplexität. Standard-Schnittstellen (z.B. zu SAP, Microsoft Dynamics) sind günstiger als Custom-Entwicklungen.
Wie lange dauert eine PIM-ERP-Integration?
Bei Standard-Schnittstellen: 2-4 Wochen. Bei Custom-Integration: 2-4 Monate. Die Dauer hängt stark von der Datenqualität im ERP ab.
PIM vs ERP ist keine Konkurrenz, sondern eine Partnerschaft. Moderne Unternehmen brauchen beides:
Die Integration von PIM und ERP schafft die Grundlage für:
Nächste Schritte: