PIM Schnittstellen: So integrieren Sie PIM mit ERP, Shop und Partnern

Von

Jan Kittelberger

Lesedauer: 4 Minuten

Warum Integration der Schlüssel zum PIM-Erfolg ist

Ein PIM-System, das isoliert vor sich hinläuft, wird kaum Mehrwert stiften. Die eigentliche Stärke von PIM liegt darin, dass es Produktdaten aus verschiedenen Quellen zusammenführt, veredelt und in unterschiedliche Zielsysteme verteilt. Dafür braucht es durchdachte Schnittstellen.

Typische Integrationsszenarien im PIM-Umfeld

ERP → PIM: Stammdaten und Preise

Das ERP ist meist das führende System für Artikelnummern, Basisstammdaten (z. B. Warengruppen) und Preise. Diese Informationen werden regelmäßig ins PIM übernommen und dort um weitere Attribute und Medien ergänzt.

PIM → Webshop/CMS: Produktinformationen für den Vertrieb

Aus dem PIM fließen strukturierte Produktdaten, Texte und Medien in den Webshop oder das CMS. Je nach Architektur erfolgt dies über APIs, Datenfeeds oder spezielle Connectoren. Ziel: Produktdetailseiten, Kategorieseiten und Filter werden aus dem PIM gespeist.

PIM → Marktplätze und Händler

Viele Unternehmen beliefern heute Marktplätze (z. B. Amazon, Mercateo, Branchenplattformen) oder große Handelspartner mit Produktdaten. Das PIM kann Kanalspezifika (z. B. Pflichtattribute pro Plattform) abbilden und entsprechende Datenfeeds generieren.

PIM ↔ Lieferanten

Für Handelsunternehmen oder Hersteller mit umfangreichem Zukauf werden Lieferantendaten immer wichtiger. PIM-Schnittstellen erlauben die Übernahme von Lieferantendaten (z. B. über Excel-Templates oder Portale), deren Prüfung und Anreicherung.

Technische Integrationsmuster

Ground Rule: Jedes System sollte klar definierte Verantwortlichkeiten für bestimmte Datenarten haben. Das PIM darf nicht zum Datensumpf für alles werden.

Häufige Integrationsansätze:

  • REST-APIs für Echtzeit- oder Near-Realtime-Synchronisation
  • Message-Queues oder Event-Bus für entkoppelte, skalierbare Integrationen
  • Batch-Exporte (CSV, XML, JSON) als robuste, einfache Lösung für periodische Updates
  • Spezielle Connectoren zu Standard-Systemen (z. B. bestimmte ERP- oder Shop-Lösungen)

Best Practices für PIM-Schnittstellen

Führende Systeme je Datentyp festlegen

Definieren Sie klar, welches System für welche Daten verantwortlich ist. Beispiel: Preise und Verfügbarkeit im ERP, Produktinformationen im PIM, Kundenstammdaten im CRM. Das vermeidet Konflikte und Überschreibungen.

Schrittweise Integration statt Big Bang

Starten Sie mit 1–2 zentralen Integrationen (z. B. ERP und Webshop), bevor Sie weitere angebundene Systeme einbeziehen. So können Sie Erfahrungen sammeln und Integrationsmuster etablieren.

Logging und Monitoring einplanen

Produktschnittstellen sind geschäftskritisch. Planen Sie von Anfang an Monitoring und Benachrichtigungen ein: Was passiert, wenn ein Import scheitert? Wie erkennen Sie fehlerhafte Datensätze?

Fazit

PIM-Schnittstellen sind der Kreislauf Ihres Produktdaten-Ökosystems. Eine klare Architektur, gut dokumentierte APIs und eine bewusste Rollenverteilung zwischen PIM, ERP, Shop und weiteren Systemen sind entscheidend, damit Produktdaten zur richtigen Zeit im richtigen Kanal landen.