Von
Jan Kittelberger
Lesedauer: 9 Minuten
Kennen Sie das? Ihr Marketing-Team fragt nach aktuellen Produktdaten für die neue Kampagne. Der E-Commerce-Manager braucht dringend Informationen für den Marktplatz-Launch. Und der Vertrieb beschwert sich, dass die Produktblätter schon wieder veraltet sind.
Das Problem: Ihre Produktdaten leben in Excel-Tabellen, die per E-Mail zwischen Abteilungen hin- und hergeschickt werden. Was mit einer einfachen "Produktliste.xlsx" begann, ist längst zum Produktdaten-Chaos geworden.
Willkommen in der Realität vieler B2B-Unternehmen im Maschinenbau und der Industrie. Die gute Nachricht: Es gibt klare Warnsignale, die Ihnen zeigen, wann der Zeitpunkt für professionelles Produktdatenmanagement mit einem PIM-System gekommen ist.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen 7 eindeutige Indikatoren, dass Ihre Excel-basierte Produktdatenverwaltung an ihre Grenzen stößt – und wie ein PIM-System diese Probleme löst.
Wenn Sie Produktdaten in Excel verwalten, kennen Sie das Szenario: Es existieren Dutzende Versionen derselben Datei –"Produktliste_final.xlsx", "Produktliste_final_v2.xlsx", "Produktliste_wirklich_final.xlsx", "Produktliste_2026_aktuell.xlsx".
Niemand weiß mehr, welche Version die aktuelle ist. Änderungen gehen verloren oder werden doppelt gemacht. Verschiedene Kanäle zeigen unterschiedliche Informationen. Jede Aktualisierung wird zum manuellen Albtraum.
Ein PIM-System (Product Information Management) bietet eine zentrale Datenbank, in der alle Produktinformationen an einem Ort gespeichert und versioniert werden. Änderungen werden in Echtzeit synchronisiert, und jeder Kanal erhält automatisch die aktuellsten Daten.
Ein mittelständischer Maschinenbauer mit 5.000 Produkten pflegte Produktdaten in 47 verschiedenen Excel-Dateien über 8 Abteilungen verteilt.
Ergebnis nach PIM-Einführung:
Vom fertigen Produkt bis zur Verfügbarkeit im Online-Shop vergehen Wochen? Das liegt meist daran, dass Produktdaten manuell aus verschiedenen Excel-Tabellen gesammelt, aufbereitet, übersetzt und in verschiedene Systeme eingepflegt werden müssen.
Mit automatisierten Workflows, Templates und Schnittstellen zu allen Ausgabekanälen reduziert ein PIM die Time-to-Market drastisch. Neue Produkte können innerhalb von Stunden statt Wochen live gehen.
Bei einem mittelständischen Unternehmen mit 200 Produktneueinführungen pro Jahr:
Website, Amazon, eBay, Katalog, Händlerportal – jeder Kanal hat eigene Anforderungen an Produktdaten. Ohne PIM bedeutet das: Dieselben Informationen müssen mehrfach in verschiedene Excel-Sheets eingegeben, formatiert und aktualisiert werden.
"Create once, publish everywhere" – Produktdaten werden einmal zentral gepflegt und automatisch kanalspezifisch ausgespielt. Das PIM kennt die Anforderungen jedes Kanals und liefert die Daten im richtigen Format.
Ein Elektronik-Hersteller beliefert 12 verschiedene Kanäle (Web, 6 Marktplätze, 3 Händlerportale, Print, App).
Vorher (Excel-basiert):
Nachher (PIM):
Fehlende Pflichtfelder, veraltete Informationen, inkonsistente Schreibweisen, falsche Maßeinheiten – wenn Sie Produktdaten in Excel verwalten, ist Datenqualität ein ständiger Kampf. Ein PIM-System bietet automatische Validierungsregeln, Pflichtfeld-Checks und Konsistenzprüfungen, die Fehler bereits bei der Eingabe verhindern.
Mehrsprachige Produktdaten in Excel? Das bedeutet: Separate Sheets pro Sprache, manuelle Übersetzungskoordination, keine Übersicht über Übersetzungsstatus. Ein PIM-System integriert Translation-Management-Workflows und zeigt auf einen Blick, welche Produkte in welchen Sprachen vollständig sind.
Produkte mit Varianten (Farben, Größen, Ausführungen) in Excel zu verwalten, führt zu exponentieller Komplexität. Ein PIM-System nutzt Vererbungslogiken: Gemeinsame Attribute werden zentral gepflegt, nur Unterschiede pro Variante individuell.
Fehlende CE-Kennzeichnungen, unvollständige Sicherheitsdatenblätter, veraltete Normen – in Excel haben Sie keine systematische Kontrolle über Compliance-Anforderungen. Ein PIM-System erzwingt Pflichtfelder für rechtlich relevante Informationen und dokumentiert Änderungen revisionssicher.
Was ist Produktdatenmanagement?
Produktdatenmanagement (PDM oder PIM) ist der Prozess, alle Informationen zu Produkten zentral zu sammeln, zu pflegen und an verschiedene Kanäle auszuspielen. Statt Produktdaten in Excel-Tabellen zu verwalten, nutzt professionelles Produktdatenmanagement spezialisierte PIM-Systeme.
Wann brauche ich ein PIM-System statt Excel?
Ein PIM-System wird notwendig, wenn Sie mehr als 500 Produkte haben, mehr als 3 Ausgabekanäle bespielen, internationale Märkte bedienen oder Produktdaten von mehreren Abteilungen gepflegt werden. Excel stößt dann an seine Grenzen.
Was kostet ein PIM-System im Vergleich zu Excel?
Während Excel "kostenlos" erscheint, entstehen versteckte Kosten durch manuelle Arbeit, Fehler und verpasste Marktchancen. PIM-Systeme kosten je nach Größe 15.000-100.000 € pro Jahr, amortisieren sich aber typischerweise innerhalb von 6-12 Monaten durch Effizienzgewinne.
Kann ich Produktdaten aus Excel in ein PIM migrieren?
Ja, die Migration von Excel-Produktdaten in ein PIM-System ist Standard. Professionelle PIM-Anbieter bieten Migrations-Services an, die Ihre Excel-Daten bereinigen, strukturieren und importieren.
Wenn Sie drei oder mehr der sieben Warnsignale bei sich wiedererkennen, ist es Zeit, über ein PIM-System nachzudenken. Die Frage ist nicht OB, sondern WANN Sie von Excel-basierter Produktdatenverwaltung auf professionelles Produktdatenmanagement umsteigen.
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