Von
Jan Kittelberger
Lesedauer: 4 Minuten
In vielen B2B-Unternehmen ist der Produktkatalog noch immer eines der wichtigsten Vertriebsinstrumente. Gleichzeitig ist jedes Katalogprojekt ein Kraftakt: unzählige Excel-Listen, manuelle Copy-Paste-Arbeit in Layout-Dateien, Schleifen mit dem Vertrieb und Last-Minute-Korrekturen kurz vor dem Druck.
Das Ergebnis: Hohe Kosten, hohe Fehleranfälligkeit – und ein Katalog, der in dem Moment, in dem er aus der Druckerei kommt, schon wieder teilweise veraltet ist. Dabei geht es auch anders.
Statt Inhalte direkt im Layout-Programm (z.B. InDesign) zu pflegen, werden Produktdaten und Medien zentral im PIM verwaltet. Das Layout-Tool greift auf diese Daten zu und befüllt Seiten automatisiert oder halbautomatisiert.
Vorteile:
Gemeinsam mit Vertrieb und Marketing legen Sie fest, welche Produktgruppen in welcher Reihenfolge erscheinen, wie tief die Hierarchie ist (Kapitel, Unterkapitel, Produktfamilien) und welche Informationen pro Produkttyp gezeigt werden sollen.
Im PIM wird sichergestellt, dass alle relevanten Attribute vorhanden und gepflegt sind. Sie definieren z. B.:
Im Layout-Programm werden Templates für unterschiedliche Seitentypen angelegt: Kapitelauftakt, Übersichtsseiten, Tabellenseiten, Detailseiten. Diese Templates enthalten Platzhalter für Produktdaten, Bilder und Texte, die später aus dem PIM befüllt werden.
Über eine Schnittstelle (z. B. IDML-Export, Plugin oder Webservice) werden die Produktdaten in die Layout-Templates übertragen. Je nach Grad der Automation werden Seiten vollautomatisch erzeugt oder halbautomatisch mit Vorschlägen befüllt, die ein Grafiker dann finalisiert.
Ändern sich Produktdaten im PIM (z. B. neuer Wert, neue Norm), können diese Änderungen kontrolliert in bestehende Kataloglayouts übernommen werden. Ebenso lassen sich Varianten des Katalogs erzeugen – etwa ohne Preise, mit Fokus auf bestimmte Produktlinien oder in anderen Sprachen.
Tabellentexte und Kurzbeschreibungen sollten standardisiert sein. Unterschiedliche Schreibweisen oder Längen machen das Layout unruhig und erschweren die Automation.
Statt Bilder in Layout-Dateien einzubetten, sollten sie im PIM oder einem angeschlossenen DAM (Digital Asset Management) liegen und über Referenzen eingebunden werden. So behalten Sie den Überblick und können Bilder zentral austauschen.
Bevor Sie den gesamten Katalog automatisieren, lohnt sich ein Pilot mit einem Kapitel. So sehen Sie schnell, wo Datenmodell oder Layout-Templates noch nachgeschärft werden müssen.
Kataloge werden im B2B nicht verschwinden – sie verändern sich. Mit einem PIM-basierten Ansatz verwandeln Sie die jährlich wiederkehrende Katalogschlacht in einen deutlich effizienteren, wiederholbaren Prozess. Datenqualität steigt, Fehler sinken, und Ihre Teams haben mehr Zeit für Inhalte statt für Copy-Paste.